Warum Orientierung wichtiger sein kann als ein fertiger Plan
Manchmal wissen wir ziemlich genau, dass etwas sich verändern soll. Nur der nächste Schritt ist noch nicht klar.
Gerade dann wünschen wir uns oft einen Plan. Am liebsten einen, der uns zeigt, was als Nächstes zu tun ist und wohin der Weg führt.
Doch im Leben und im Beruf gibt es viele Situationen, in denen ein solcher Plan noch nicht möglich ist.
Vielleicht steht eine berufliche Veränderung an. Vielleicht verändert sich die eigene Rolle. Oder eine Entscheidung muss getroffen werden, obwohl noch nicht alle Informationen vorliegen.
Auch dann können wir Orientierung finden.
Orientierung finden statt sofort eine Lösung suchen
Wenn noch nicht klar ist, wie es weitergeht, muss nicht sofort eine Lösung her.
Zunächst kann es helfen, innezuhalten und sich einige Fragen zu stellen:
Was ist mir wichtig?
Was möchte ich bewahren?
Was möchte ich verändern?
Und welche Richtung passt zu mir und meiner aktuellen Situation?
Wer sich diese Fragen stellt, muss den gesamten Weg noch nicht kennen. Denn oft reicht es zunächst, den nächsten Schritt zu sehen.
Der Weg entsteht manchmal beim Gehen
Gerade Menschen, die viel Verantwortung tragen, sind es gewohnt, vorauszuplanen. Sie setzen Ziele, treffen Entscheidungen und geben anderen Orientierung.
Für die eigene Entwicklung kann das jedoch anders sein.
Manchmal entsteht Klarheit nämlich erst dann, wenn wir einen ersten Schritt gehen.
Wir probieren etwas aus und merken dabei, was zu uns passt. Vielleicht führt dieser Schritt in eine andere Richtung als gedacht. Das ist jedoch nicht automatisch ein Fehler.
Denn neue Erfahrungen können unseren Blick verändern.
So wird aus einem ersten Schritt manchmal eine neue Richtung. Und aus einer zunächst offenen Frage kann nach und nach mehr Klarheit entstehen.
Nicht jeder Umweg ist ein Fehler
Ein Weg muss außerdem nicht geradlinig verlaufen.
Manchmal führt gerade ein Umweg zu einer wichtigen Erkenntnis. Eine Entscheidung, die zunächst nicht richtig erscheint, kann zeigen, was wir tatsächlich wollen.
Auch eine Begegnung kann unsere Sicht verändern. Ebenso kann eine Pause den Abstand schaffen, den wir brauchen, um wieder klarer zu sehen.
Deshalb geht es nicht immer darum, möglichst schnell am Ziel anzukommen.
Wichtiger ist, unterwegs mit sich selbst in Kontakt zu bleiben.
Selbstführung bedeutet auch, die eigene Richtung zu erkennen
Gute Selbstführung heißt nicht, auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben.
Vielmehr geht es darum, die eigene Situation wahrzunehmen und herauszufinden, was gerade wichtig ist. Daraus kann eine Richtung entstehen, auch wenn das Ziel noch nicht genau feststeht.
Manchmal ist der nächste Schritt klar.
Manchmal braucht es noch Zeit.
Beides darf sein.
Vielleicht müssen wir deshalb nicht immer wissen, wohin der gesamte Weg führt. Es kann genügen, die Richtung zu kennen, die sich für uns richtig anfühlt.
Das Foto zu diesem Beitrag zeigt einen Weg an der Elbe. Er ist gut zu erkennen, aber wir können nicht sehen, wohin er hinter dem nächsten Baum führt.
Vielleicht ist genau das ein gutes Bild für persönliche Entwicklung: Wir müssen nicht den ganzen Weg kennen, um weiterzugehen.
Eine Frage zum Schluss
Welche Richtung ist für Sie gerade wichtig, auch wenn der weitere Weg noch nicht feststeht?